Herausforderungen an die moderne Seelsorge

Eines der größten, wenn nicht sogar das wesentliche Tätigkeitsfeld der katholischen Kirche, ist die Seelsorge. Dabei ist es sehr schwer, den Begriff der Seelsorge zu definieren. Es herrschet Einheit darüber, dass es sich um ein Bemühen um den Menschen im kirchlichen Kontext handelt. Man sorgt sich, dem Wortsinn nach, um die Seele des Menschen, seine Befindlichkeit und sein Wohlergehen. Dies geschieht aber eingebunden in den religiösen Zusammenhang. In der evangelischen Kirche findet die Seelsorge im Rahmen der Diakonie statt. In der katholischen Kirche ist sie Aufgaben der Pfarrämter.2000px-evangelische_militarseelsorge_logo-svg der Seelsorge:

  • Familienseelsorge
  • Gefangenenseelsorge
  • Flüchtlingsseelsorge
  • Bahnhofsseelsorge
  • Altenseelsorge
  • Hinterbliebenenseelsorge

und noch viele andere Formen.

Letztlich ging es immer darum, dem in seelische Not geratenen Menschen zu helfen. Allerdings hat sich diese im Laufe des vergangenen Jahrhunderts sehr geändert. Moderne Seelsorge ist immer weniger eine spirituelle Beratung als eine allgemeine Hilfe in der Not, die auch finanzielle und andere Unterstützung einschliesst.

Ein Beispiel sind die vielen sozialen Dienste, welche die katholische Kirche heute in den Städten und Gemeinden anbietet. Oftmals überwiegen die kirchlichen Träger gegenüber den öffentlichen Einrichtungen. Hier ist die Seelsorge längst Teil des öffentlichen Bildungs- und Gesundheitssystems geworden. Die Frage stellt sich dabei, ob neben dem Erstellen von Dienstplänen und Bedarfsrechnungen noch genügend Zeit für die religiöse Seelsorge bleibt. Letztlich will man ja den Menschen in Lebens-, aber eben auch Glaubensfragen beraten und begleiten. Menschen sind aber mobil geworden. Früher gab es einen Pfarrer im Ort, der die Lebensgeschichten seiner Gemeindemitglieder, deren Eltern und Kinder kannte. Doch der Wechsel in Gemeinden, aber auch in Pfarrämtern, ist heute häufiger geworden. Deshalb spricht man mittlerweile von der Lebensraumorientierten Seelsorge. Diese ist nicht mehr so sehr auf die lokale Gemeinschaft beschränkt, sondern orientiert sich an den verschiedenen Lebenssituationen der Menschen. In der erlebnisorientierten Seelsorge versucht man hingegen, mittels gemeinsamer Tätigkeiten das Gespräch zu suchen. Gerade die neuen Pilgerwanderungen gehören zu diesem Zweig.

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