Ökumene: Ein Haus Gottes mit verschiedenen Bewohnern

Das Christentum hat sich seit seiner Entstehung immer wieder verändert, die radikalste Veränderung war wohl die Reformation, welche die damalige einheitliche West-Kirche gespalten hat. Heute gibt es viele verschiedene christliche Kirchen, in Deutschland hauptsächlich die evangelische und die katholische Kirche und Freikirchen. Es gab aber auch die Calvinisten und die Lutheraner und den englischen Sonderweg. Die Kriege zwischen diesen Fraktionen haben über Hunderte von Jahren immer wieder viele Opfer gefordert. Aber seit dem Beginn des 20. Jahrhundert wurde zunehmend etwas gefördert, was als Ökumene bekannt ist. Darunter versteht mwpid-cc0f17d06a9cbcc8d95617058ad7c8c5an, dass alle christlichen Glaubensrichtungen unter einem Gott versammelt sind. Die katholische Kirche hat dabei aber immer noch den Alleinvertretungsanspruch, auch gegenüber der Ostkirche. Noch im Jahr 2000 gab es die interne Anweisung, das Wort Kirche nicht im Plural zu verwenden, weil es nach Ansicht Roms eben nur eine Kirche gibt. Soweit die Theorie. In der Praxis sieht das heute anders aus. Es gibt sogar schon Gotteshäuser, die von mehreren Glaubensrichtungen geteilt werden, nach dem Prinzip “Ein Gott, drei Stromzähler”. Das beschreibt recht deutlich den eher pragmatischen Ansatz der Ökumene. Nicht was trennt ist wichtig, sondern was verbindet und welche Vorteile man daraus vor allem für die Gläubigen ziehen kann. Die evangelische Kirche war schon immer etwas weiter in der Ökumene, aber die Katholiken ziehen langsam nach. Es gibt heute kaum noch reine katholische oder evangelische Gebiete. Menschen sind mobiler geworden und erwarten Gotteshäuser verschiedener Konfessionen an ihrem Wohnsitz. Damit rücken aber eben auch die Pfarrgemeinden näher zusammen. Im sozialen Bereich arbeiten die Pfarrgemeinden heute eng zusammen, gerade ind er Seelsorge, Diakonie, Kindergarten und Altenpflege. Ökumene wird hier jeden Tag praktiziert im wahrsten Sinne des Wortes.

In den Führungsebenen im Vatikan tut man sich natürlich noch etwas schwer, aber immerhin wird Luther heute nicht mehr als Ketzer gesehen sonder als jemand, der Gott suchte. Das sich wegen ihm die Kirchen trennten, wird heute von der katholischen Kirche als bedauerliches Ereignis gesehen, aber nicht als Vorwurf an andere Konfessionen.

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