Pastoralverbände als Mittel zum Zweck

Der Druck auf kleine katholische Pfarrereien wird zunehmend größer. Die Zahl der Gläubigen sinkt und damit auch die Einnahmen aus der Kirchensteuer. Gleichzeitig steigen aber Personalkosten und Unterhaltungskosten. Viele kleine Gemeinden haben immer größere Probleme sich noch finanziell über Wasser zu halten. Deswegen hat man begonnen, Pastoralverbände (auch Pfarrverbände oder Seelsorgegemeinschaften genannt) ins Leben zu rufen. Letztlich handelt es sich dabei um Zusammenschlüsse mehrerer Pfarreien, der auch durch den bestehende Priestermangel notwendig geworden ist. Die Zahl der Neupriester sinkt weiter. Waren es noch 300 im Jahr 1970, zählte man 2015 nur 58 in Deutschland. 1919147083-14460149_517-3bngauch wenn weltweit die Zahl der Priester seit dem Jahr 2000 wieder etwas am Steigen ist, hat das manche Länder in Europa noch nicht erreicht.

Beim Pastoralverband werden die bislang eigenständigen Gemeinden in eine neue selbstständige Verwaltungsform überführt, die von einem Pfarrer geleitet wird. Die betrifft auch die Überführung von Vermögenswerten, unter anderem Gemeindehäusern und Kirchen. Der Pastoralverband soll Kosten sparen, die Verwaltung effizienter machen aber vor allem auch sicherstellen, dass Seelsorge nach wie vor angeboten werden kann.

Dieser pragmatische Ansatz stieß nicht auf Kritik innerhalb der Kirche, vor allem in Rom. Hintergrund ist das Grundverständnis der katholischen Gemeinde. Jede Gemeinde hat den Anspruch auf ein Gotteshaus und einen Pfarrer. Noch 2004 wurden Bischöfe, die einen Pastoralverband genehmigen müssen angewiesen, dass sie sehr genau hinschauen sollen. Gemeinden sie man zusammenlegen will sollen gut zueinander passen und es sollen ausreichend Vorteile aus dem Verband erwachsen.

Es obliegt meist den Bistümern, wie das geschieht. In Berlin hat man beispielsweise die Zahl der Kirchengemeinden reduziert. In anderen Bistümern versucht man es zunächst mit seelsorgerischen Gemeinschaften, in denen die Gemeinden noch eigenständig sind, aber zusammenarbeiten. Beim pastoralen Raum werden auch Verwaltungsaufgaben abgegeben. Der Pastoralverband zentralisiert dann in der Regel alle Auflage und Besitztümer, versteht aber noch die Ansprüche der kirchlichen Einzelgemeinden. Man kann davon ausgehen, dass es in den nächsten Jahren noch zu weiteren Zusammenschlüssen kommen dürfte.

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