Warum der Papst das Oberhaupt der katholischen Kirche ist

Woher kommt es eigentlich, dass der Papst der Chef der katholischen Kirche ist? Wer hat ihn dazu gemacht und welche Macht hat er? Die Antwort liegt wie so oft bei religiösen Fragen im Neuen Testament, in diesem Fall im Matthäus-Evangelium. Jesus wird dort mit den Worten zitiert: “Du bist Petrus, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen”. Petrus war der erste Bischof von Rom, und seitdem gilt der Bischof von Rom a1024px-interior_of_st_andrews_catholic_church_in_roanoke_virginials Stellvertreter Christi und als Oberhaupt der katholischen Kirche. Er ist ausserdem Staatsoberhaupt des Vatikanstaats.

Die Funktionen und Befugnisse des Papstes haben sich im Laufe der Jahrhunderte immer wieder gewandelt. Gewählt wird der oberste Hirte von einem Gremium aus Kardinälen, die zum Konklave gerufen werden und sich auf einen Kandidaten einigen müssen. Ist das der Fall, dann wird “Habemus Papa” ausgerufen, lateinisch für “Wir haben einen Papst”. In der Kirchenverwaltung ernennt der Papst Bischöfe und Kardinäle. Er kann ausserdem in Glaubensfragen ein Machtwort sprechen. Spricht er “ex cathedra”, dann sind seine Aussagen unfehlbar und gelten quasi als Gesetz. Diese Maßnahme ist aber auch an Auflagen gebunden.

In den vergangenen Jahrzehnten haben Päpste immer mehr den Konsens gesucht, mit den Kardinälen aber auch anderen Teilen der katholischen Kirche. Glaubensfragen werden in den Konzilien besprochen, Konferenzen, die vom Papst einberufen werden. In seiner Macht steht auch die Heiligsprechung, der aber auch ein bestimmtes Procedere vorausgeht. Ein Heiliger muss eine Mindestanzahl an Wundern vollbracht haben. Zu Ostern und zu Weihnachten verkündet der Papst den Segen “Urbi et Orbi”, der Stadt und dem Weltkreis. Damit wird nicht nur die Welt gesegnet sondern auch der weltweite Glaubensanspruch der katholischen Kirche dargestellt.

In der Regel ist das Amt des Papstes auf Lebenszeit und der Vorgänger des jetzigen Papstes Franziskus, der Deutsche Benedikt XVI. stellte mit seiner Pensionierung auf eigenen Wunsch eine große Ausnahme dar. Die offizielle Residenz des Papstes ist der Apostolische Palast, der aus 1400 Räumen besteht.

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